Karoli in Kolumbien RSS

Hallo meine Lieben, ich bin in Kolumbien und erlebe jeden Tag was neues. Ich schreibs auf damit ihr bescheid wisst...

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Mein erster Bericht…

Kolumbien 2008

Mein Abenteuer beginnt…

Frueh am morgen ging es los zum Flughafen Duesseldorf und alle waren dabei:

Meine Familie, meine engsten Freunde und natuerlich Anna.

Der Abschied war lang, schmerzhaft und traenenreich…genauso, wie normale Menschen es nicht wollen.

Die Reise beginnt. Schnell eingecheckt und den Platz im Flugzeug einnehmen…und zwar genau den Platz, den ich mir am wenigstens gewuenscht habe.. der mittlere Platz in der Mitte. “Das kann ja heiter werden, 8 Stunden lang..” war mein einziger Gedanke. Im Endeffekt war es dann doch nicht so schlimm, wie ich gedacht habe, weil ich die meiste Zeit auf dem Weg nach Atlanta geschlafen habe.

Der Zwischenaufenthalt in Atlanta hat laenger gedauert als gedacht. Anstatt 5 Stunden, ca. 6 ½ , da der Anschlussflug nach Bogota Verspaetung hatte, doch Anna und ich haben uns die Zeit mit typisch amerikanischen Fastfood vertrieben. Ausserdem haben wir noch einen anderen Freiwilligen kennengelernt, der auch auf dem Weg nach Bogota war.

Nach dem zweiten, etwas kuerzeren Flug sind wir endlich in Bogota gelandet ( nach gefuehlten 40 StundenJ ).

Dort im Flughafen habe ich alles erwartet: verschwundenes Gepaeck, Drogenkontrolle oder sonst was. Doch nichts der Gleichen ist eingetreten und klein Anna und klein Karo waren mit ihren riesengrossen Rucksaecken auf dem Ruecken endlich in Kolumbien.

“So weit so gut. Doch was machen wir jetzt?” Unsere Spanischkenntnisse waren nicht die besten und ausserdem kannten wir Juan Carlos ( der Mann der uns abholen sollte ) nur von einem Foto. Wir sind dann erstmal raus aus dem Flughafen, um vielleicht dort Juan Carlos zufinden. Dort waren allerdings hunderte Menschen die Freunde, Familie oder Bekannte abholen wollten. In dieser Menschenmenge schien es unmoeglich, eine fuer mich fremde Person zu finden.

Doch ploetzlich sprang ein sehr kleiner Mann in die Hoehe und rief unsere Namen: “¿ANNA? ¿CAROLINA?”.

Gott sein Dank. Juan Carlos hatte uns gefunden und uns direkt aufgegabelt. Mit ihm und einem befreundeten Arzt, der uns nur als “ Medico” vorgestellt wurde, sind wir mit einem Auto zu der Wohnung von Juan Carlos gefahren.

Bogota bei Nacht ist sehr beeindruckend. Die vielen Lichter, die vielen Menschen auf den Strassen und die riesigen Einkaufshallen wirkten, wie ein Film auf mich.

In der Wohnung angekommen, wurden uns auch sofort Joanna ( die Exfrau von Juan Carlos ) und Dayana ( seine Tochter ) vorgestellt. Da es schon spaet am Abend war, fielen Anna und ich sofort in unsere neuen Betten und schliefen sofort ein.

Der naechste Tag war voller Termine, Behoerdengaengen und Besorgeungen.

Bei einem fuer Bogota sehr untypischen Wetter ( Sonnenschein und Hitze ), riefen wir unsere Familien in Deutschland an, erledigten die Bestimmungen fuer unseren Aufenthalt in Kolumbien und schauten uns ein bisschen die Stadt an. Diese Unternehmungen waren fuer mich persoenlich sehr anstrengend, da der Hoehenunterschied mir zuschaffen machte.

Generell habe ich mir Bogota ganz anders vorgestellt.

Bogota war nicht die typische suedamerikanische Stadt mit vielen bunten kleinen Haeusern und Maenner mit Hueten. Nein.

Bogota ist eine Millionenstadt, mit riesigen Hochhaeusern, einer enormen Luftverschmutzung, einem gefaehrlichen, ueberfuellten Verkehr und einem multikultuerellen Flair.

Zuerst habe ich mich garnicht zurecht gefunden. Alles sah fuer mich gleich aus, nichts kam mir vertraut vor. Doch nach einer Eingewoehnungsphase von einer Woche sah alles ganz anders aus. Zuerst mochte ich die Stadt nicht, doch nach und nach fand ich Facetten, die mir sehr gut gefiehlen.

Das Kulturangebot, die vielen verschiedenen Menschen und die vielen Moeglichkeiten.

Nach einigen Stunden Vertiefungsunterricht, mit unserer Profesora Maria Isabel schwand auch langsam mein Verstaendigungsprobelm und jegliche Scheu ein Gespraech anzufangen.

Maria Isabel machte uns nach ca. zwei Wochen mit ihren Neffen bekannt, die zum Glueck in unserem Alter waren.

Endlich lernten Anna und ich Bogota von der jugendlichen Seite kennen, da Anna und ich sonst nur in Begleitung von Juan Carlos Unternehmungen machen konnten.

Kino- und Museenbesuche, ein Aufstieg auf den Monserratte und Abende mit vielen verschiedenen Kolumbianern, peppten unseren etwas langweiligen Alltag in Bogota auf.

Nach diesen tollen Erlebnissen, ging es aber auch schon nach einem Monat nach Libano.

Anna und ich waren bereits fuer ein verlaengertes Wochenenede in Libano gewesen, um unsere Arbeit und unsere Wohnungen kennenzulernen. Nach diesem Besuch in Libano, war unsere Vorfreude nach Libano zufahren noch viel groesser.

Ich freute mich meinen Chef Don Roberto, seine Familie und die Arbeit bei ASOCOMBAS richtig kennenzulernen. Und ich wurde nicht enttaeuscht.

Roberto,Maria und seine achtjaehrige Tochter Juanna, sind fuer mich so etwas, wie meine kolumbianische Familie geworden. Ich wohne zwar nicht in ihrem Haus, bin aber zum Fruehstueck, Mittagessen und Abendessen bei ihnen. Also quasi die meiste Zeit des Tages.

Mein Zimmer bei Señora Asceneth, mitten im Centrum von Libano, ist sehr geraeumig und gemuetlich und ausserdem habe ich sogar warmes Wasser ( das kann Anna leider nicht von sich behaupten..).

Nach einer Eingewoehnungsphgase von zwei Tagen, fing ich auch schon direkt an zu arbeiten. Zuerst hat Roberto mir genau erklaert was ASOCOMBAS eigentlich ist. Mit allen Dimensionen und Plaenen.Dann hab ich auch schon bei den zahlreichen Reunionen mit den Erwachsenen, Jugendlichen und Senioren teilgenommen und eben diese Personen haben mich sehr herzlich aufgenommen. Das gab mir ein gutes Gefuehl. Diese Arbeit ist ganau das richtige fuer mich.

Libano an sich, ist eine kleine Stadt, die umringt ist von sattgruenen Bergen . Wenn ich durch Libano laufe, sehe ich Kuehe, Esel oder Pferde am Strassenrand, viele Blumen und spuehre eben den suedamerikanische Flair, den ich mir in Deutschland vorgestellt habe.

Die Menschen hier sind unglaublich gastfreundlich und offen. Wenn ich die Strasse zu dem Haus von Roberto entlanggehe, werde ich von allen Leuten gegruesst und angelaechelt. Alle kennen mich und wenn ich eine Schule besuche kommen alle Kinder auf mich zugerannt und umarmen, kuessen und beruerhen mich. Fuer sie bin ich anders als die anderen, mit meinen blonden Haaren und mit meiner ungewoehnlichen Groesse. In Deutschland falle ich nicht weiter auf, aber hier erkennen mich alle schon aus der Ferne.

Woran ich mich ausserdem noch gewoehnen muss. Ebenso wie an das Essen.

In Kolumbien gibt es quasi dreimal am Tag Mittagessen.

Zum Fruehstueck zum Bespiel “Tamal” ( ein typisches Gericht dieser Region in Kolumbien ), eine Mais-, Reis- und Fleichmischung eingepackt in einem Bananenblatt, eine heisse Schokolade mit viel Zucker, Arepa ( einen Maisfladen ) und Brot. ZUM FRUEHSTUECK!!

Zum Mittagessen gibt es jeden Tag Reis, entweder Haehnchen-, Schweine-, oder Rindfleisch, eine Platano ( eine Kochbanane ) und etwas Salat. Eine Portion fuer mich, ist in Deutschland eine Portion fuer einen 2 Meter Mann.

Es ist zwar sehr viel, aber mir schmeckt es richtig gut. Vorallem die Platanos.

Alles in Allem, fuehle ich mich hier sehr wohl und bin gluecklich hier zu sein.

Viele sonnige Gruesse an alle lieben Menschen die ich in dem fernen Deutschland kenne.  Adios, Karolina.